Verwaltung macht Zukunft

Die andere Seite des Tisches. Über die Einstellung von Softwaretestern

09:00 07.02.2018

MACH wächst beständig in allen Bereichen. Dementsprechend suchen wir natürlich auch Softwaretester. Diese Suche führt dazu, dass ich in letzter Zeit sehr regelmäßig auf der anderen Seite des Tisches in Jobinterviews sitze.

Das möchte ich einfach mal als Anlass nehmen, um in diesem Post aus dem Nähkästchen zu plaudern, was mir wichtig ist.

In einem Interview - eigentlich mag ich das Wort Gespräch in diesem Kontext viel lieber - möchte ich mitbekommen, dass sich mein Gesprächspartner mit dem Thema Softwaretest auseinandergesetzt hat. Geht das Gespräch schnell Richtung agilem oder kontextgetriebenen Testen, gefällt mir das gut. Softwarefabrikansätze und Testen anhand eines klassischen Testprozesses sind auch in Ordnung, gehen aber etwas an unserem Vorgehen hier vorbei. Außerdem ist mir wichtig, dass jemand wirklich Interesse am Thema Testen hat. Wenn ich merke, dass jemand nur irgendwas sucht oder Testen nur als Einstieg sieht, um möglichst schnell Richtung Programmierung oder PO zu gehen, dann frage ich mich schon, ob dann eine Bewerbung auf diese Stellen nicht besser gewesen wäre. Schließlich suchen wir auch in den Bereichen. Als Bewerber hat mich die recht typische Personalerfrage "Wo sehen sie sich in x Jahren?" meist gestört. Inzwischen finde ich sie sogar recht hilfreich, um genau diese Langzeitmotivation für das Testen auf den Tisch zu bringen.

Die andere Seite des Tischs

Sollte am Skillset etwas fehlen, ist das für mich erst einmal nicht so schlimm, wenn ich einerseits eine Lernbereitschaft spüre und andererseits auch ein gewisser roter Faden da ist, der in Richtung agiles Testen zeigt. Da stört es mich auch weniger, wenn jemand Quereinsteiger oder Karrierewechsler ist. Auf meinem eigenen Abschlusszeugnis steht ja schließlich auch philosophische Fakultät. Dann sollten wir uns aber über Wissensquellen zum Thema Test unterhalten können.

Das bringt mich zum Thema Fachlichkeit. Domänenwissen ist sicherlich hilfreich, aber nicht alles. Dennoch interessiert es mich, ob mein Gegenüber sich etwas damit auseinander gesetzt hat. Wir werden sicherlich keine Buchungssätze erstellen, aber ich freue mich, wenn ich merke, dass der Gesprächspartner sich über die Schwerpunkte unserer Software und auch über unsere Kunden informiert hat. Die öffentliche Verwaltung ist als Kunde doch etwas anders als beispielsweise der durchschnittliche Webshop-User.

Im agilen Testen geht es natürlich über Fachlichkeit hinaus. Tester sind bei uns genauso Teil des Scrumteams wie andere Entwickler auch. Somit sollten auch Tester technisch fit sein. Das bedeutet im Umkehrschluss natürlich nicht, dass jeder Tester auch ein Ass der Javaprogrammierung sein muss. Es bedeutet aber, dass man mit Buildpipelines, ear-Files etc. umgehen können sollte. Wenn dann noch Skriptingkenntnisse dazu kommen um Testdatenkonstellation automatisiert zu erzeugen, dann ist das ein Bonus. Es ist kein Problem, wenn man diese technischen Aspekte nicht von Anfang an mitbringt, aber man sollte auch keine Scheu davor haben.

Es gibt einen großartigen Blogpost von Dan Asby zu dem Job Interviews für Tester, welchen ich abschließend jedem nur ans Herz legen kann.

Als Tester möchte ich ständig lernen. Das ist mir auch in Interviews wichtig. Wenn ich ein fachliches Gespräch auf Augenhöhe führen kann, dann ist das toll und darauf freue ich mich jedes Mal von neuem.

Und falls du jetzt testen möchtest, ob ich das in der Praxis wirklich so umsetze, dann bewirb dich und setz dich mit mir an einen Tisch.

Christian Kram

Christian Kram

Bei MACH arbeite ich seit dem 01. März 2016 als Testmanager.

An meiner Arbeit gefällt mir, dass man jeden vom Azubi bis zum Vorstand mit einem Moin begrüßen kann.

Besonders spannend finde ich Fragen, die mit W anfangen: Warum? Warum nicht? Wieso ist das so? Wer darf das? Wann soll das so sein? Was wäre, wenn...?

Auf Twitter findet man mich hier: https://twitter.com/chr_kram

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