Entwickler-Blog · 26.02.20

Aus dem Leben eines Product Owners bei MACH

Der Product Owner – das unbekannte Wesen. Um ein wenig Licht in die so gar nicht entwickelnde Rolle in der Software-Entwicklung zu bringen, hat unsere Teamleiterin Solutions Finanzen Marina Eberhardt mit Robert Krüger diskutiert, warum diese Rolle so extrem spannend und wichtig ist.

Marina: Bevor wir einsteigen, erzähl ein paar Worte zu dir - Wer bist du? Wo kommst du her?

Robert: Ich bin Robert und arbeite seit 3 Jahren bei MACH als Product Owner. Vor MACH habe ich in Hamburg bei einem Einzelhandelskonzern (nicht OTTO!) erst im Controlling, später als Application-Owner für die ERP-Lösung gearbeitet. Ich bin als Requirements Engineer eingestiegen, anfangs war ich die Hälfte meiner Zeit als Berater unterwegs. Im Mai 2018 übernahm ich das erste Nearshoring-Team im Bereich MACH Finanzmanagement. Wir arbeiten hier mit der Firma CROZ mit Sitz in Zagreb zusammen.

Ich bin verheiratet, habe eine Tochter und habe dieses Jahr ein Haus in Lübeck gekauft – bin jetzt sozusagen auch mit dieser Stadt und dieser Firma verheiratet. 😊

Was macht ein Product Owner bei MACH?

Der Product Owner ist eine feste Rolle im Scrum-Prozess und definiert das nächste wichtige Feature, welches im Produkt Team realisiert werden soll. Der Product Owner spricht mit den internen sowie externen Stakeholdern und priorisiert damit das Product Backlog. Unsere Teams fahren unterschiedliche Ansätze. Während ich bei einem Nearshoring-Team eine detaillierte Spezifikation der Storys vorgebe, geben meine Kolleg:innen bei anderen Teams, die ein tieferes Verständnis für unsere Fachlichkeit besitzen, nur eine grobe Lösungsbeschreibung vor. Der Product Owner übersetzt Business Anforderungen, zurzeit stark getrieben durch die Projekte, in umsetzbare Storys. Diese Inkremente eines Produktes sind separat test- und auslieferbar. Die größte Herausforderung ist es, eine gute Lösung für möglichst alle Kund:innen zu bauen, obwohl die Wünsche und Vorgehensweisen oft unterschiedlich sind.

Ich mag das Miteinander bei MACH und vor allem in meinem Team. Das gemeinsame Erarbeiten von Lösungen mit den Entwicklungsteams schätze ich sehr.

Robert Krüger Im Januar 2017 bin ich zu MACH gestoßen, um Systementwicklung und Beratung als Requirements Engineer zu unterstützen. Seit 2018 bin ich Product Owner unserer Finanzlösung. Die schönste Erfahrung ist es, die Weiterentwicklung der Software vom Kundenwunsch bis zur Fertigstellung im Scrum Prozess zu betreuen, um die Lösung dann stolz zu präsentieren. Ich bin pragmatisch veranlagt. Gut ist, was funktioniert und konsistent wirkt. Streitet euch nicht über Begrifflichkeiten mit mir.

Das ist bestimmt nicht ganz einfach. Wie wirst du mit deiner Lösung vielen Kund:innen gerecht?

Ich habe sehr viel Vertrauen in meine Kolleg:innen aus dem Produkt-Management und der Beratung, die über sehr viel Erfahrung verfügen. Sobald ich Lösungsansätze für eine Anforderung habe, validiere ich diese mit ihnen. Anfangs wurde ich öfter gefragt: "Was ist eigentlich mit MACH C/S? Und hast du auch daran gedacht ...?

Was macht dir besonders Spaß bei deiner Arbeit als Product Owner?

Ich mag das Miteinander bei MACH und vor allem in meinem Team. Das gemeinsame Erarbeiten von Lösungen mit den Entwicklungsteams schätze ich sehr. Mir macht das kreative Gestalten eines Produktes Spaß; ich bin froh, die dafür notwendigen Freiräume für mein Produkt zu haben. Auch für gute Diskussion und das lösungsorientierte, pragmatische Vorgehen in meinem Team bin ich sehr dankbar.

Braucht es Superkräfte für diese Rolle? Welche Skills & Stärken helfen dir bei deinem Job?

Puh, schwere Frage. Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich eine extrem schnelle Auffassungsgabe habe, das wäre zu anmaßend und das liest man mittlerweile in jedem Lebenslauf. Bei meinem Team hilft mir eine ausgeprägte Empathie – ich finde recht gut eine Balance zwischen Lösungs- und Mensch-Orientierung. Aufgrund meiner Persönlichkeitsstruktur werden mir viele Fehler verziehen und ich mache viele Fehler, ich lebe sozusagen die Fehlerkultur! Meine analytischen Fähigkeiten helfen mir natürlich auch, ohne sie könnte ich die vielen unterschiedlichen Anforderungen nicht vereinen. Eine gewisse nötige Grundstrukturiertheit liegt mir wahrscheinlich schon im Blut (als Ex-Controller). Ich habe auch ein tiefes Bedürfnis, Dinge, die ich gestalte, mit den anderen Kolleg:innen zu teilen, lege also großen Wert auf Dokumentation.

Das Design von einem so komplexen Produkt ist eine Teamleistung.

Robert Krüger Im Januar 2017 bin ich zu MACH gestoßen, um Systementwicklung und Beratung als Requirements Engineer zu unterstützen. Seit 2018 bin ich Product Owner unserer Finanzlösung. Die schönste Erfahrung ist es, die Weiterentwicklung der Software vom Kundenwunsch bis zur Fertigstellung im Scrum Prozess zu betreuen, um die Lösung dann stolz zu präsentieren. Ich bin pragmatisch veranlagt. Gut ist, was funktioniert und konsistent wirkt. Streitet euch nicht über Begrifflichkeiten mit mir.

Wie sieht dein typischer Montag aus?

Meinen Montag verbringe ich sehr gerne im Home-Office, der Start in die Woche ist schon schwer genug. In der ersten halben Stunde strukturiere ich meinen Tag: Ich kläre, welche Termine anstehen, welche Konzeptionen benötigt werden und wo Sachen kurzfristig geklärt werden müssen. Anschließend startet der Scrum-Prozess, denn um 9:10 Uhr ist unser Daily. Direkt nach dem Daily werden die Umsetzungsfragen geklärt und auch entschieden, ob zum Beispiel der eine oder andere Fehler auslieferungsverhindernd ist und sofort behoben werden muss. Gegen 11 Uhr findet das sogenannte Refinement-Meeting mit dem gesamten Team statt: Hier wird der neue Use-Case inklusive der Hintergrundinformationen vorgestellt. Das Team hat die Möglichkeit, die Story zu verfeinern oder gar den Lösungsansatz zu ändern. Am Ende bewertet das Team die Komplexität des Vorhabens in Storypoints.

Das Produkt Finanzen wird von vielen Teams entwickelt. Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit vielen Finanzteams, sodass am Ende ein Produkt wie aus einem Guss entsteht?

Das Design von einem so komplexen Produkt ist eine Teamleistung. Niemand kann das Thema vollständig überschauen, auch unsere erfahrenen Produktmanager:innen nicht. Wir machen Peer-Reviews und validieren gegenseitig die Lösungen für das Produkt. Wöchentlich findet für die Product Owner ein MACH Web 2.0 Meeting statt. Hier werden beispielsweise neue Applikationen beziehungsweise deren Mockups vorgestellt. Wir suchen gemeinsam eine gute Lösung im Rahmen des MACH Web 2.0 Standards. Wichtig ist vor allem der einheitliche „Look & Feel“. Im Solutions Finanzen Team haben wir ebenfalls einen regelmäßigen Austausch mit dem Produktmanagement zur Weiterentwicklung unseres Produktes.

Dein Team und du habt eine sehr steile Lernkurve hingelegt. Welche Ziele hast du mit deinem Entwicklungsteam für 2020?

Ausruhen, nein! Die Entwickler:innen sind hungrig, sie wollen wachsen. Wir wollen weitere größere Themen angehen. Kürzlich haben wir das Thema „Verrechnungskontenszenario in der Anlagenbuchhaltung“ umgesetzt. Hier bin ich sehr stolz auf mein Team. Ich bin gerade auf der Suche nach spannenden Themen, die eine gewisse Herausforderung darstellen. Ein Ziel wäre noch, dass ich nach Zagreb fliege, um die Kolleg:innen des CROZ-Teams dort zu besuchen. Sie waren mal hier, wir haben sogar eine Retro am Strand von Travemünde gemacht. Ich könnte mir nochmal vornehmen, dass ich mein Kroatisch aufpoliere.

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