Entwickler-Blog · 02.07.20

Mit Captain Pragmatism zu einer erfolg­reichen Zusam­men­arbeit

Team-Retrospektiven sind ein wichtiger Teil der agilen Arbeit bei MACH. Manchmal werden dabei sogar neue Superheld:innen erschaffen. Wie das geht, beschreibt Robert Krüger hier im Blog.

Manche Retrospektiven mit meinem Team bleiben mir mehr im Gedächtnis als andere. Das liegt insbesondere an den tollen Warm-up-Übungen, die sich unsere Scrum Master einfallen lassen, um die Stimmung zu lockern und die kreativen Geister zu beschwören.

Unser Entwicklungsteam CROZOne (Die „Croissants“) besteht seit gut zwei Jahren als internationales Team mit Mitglieder:innen in Lübeck und Zagreb. Die Arbeitssprache im Team ist Englisch, wobei viele deutsche Begriffe der Betriebswirtschaft und Verwaltungsarbeit nicht übersetzt werden.

Wir durften kürzlich unser zweijähriges Bestehen feiern, was ein guter Anlass war, einmal etwas ausführlicher zurückzublicken. 

So wurden wir in der letzten Retro aufgefordert, unseren persönlichen Team-Superhelden zu entwickeln. Jede:r von uns nahm daraufhin Zettel und Stift zur Hand und erschuf in zehn Minuten, was Stan Lee zu seinem unvergesslichen Lebenswerk verholfen hatte.

Nun bin ich wahrlich kein Kunststudent und die Wachsmalstifte meiner Tochter auch nicht gerade die richtige Ausrüstung. Ich erspare dem/der werten Leser:in daher das bildhafte Ergebnis, möchte dir meinen Superhelden aber kurz vorstellen.

Captain Pragmatism ist ein schönes Gedankenspiel, das es uns als Team ermöglicht hat, auf kreative Art und Weise auf unsere Stärken zu schauen und gleichsam unsere Schwächen zu erkennen.

Robert Krüger Im Januar 2017 bin ich zu MACH gestoßen, um Systementwicklung und Beratung als Requirements Engineer zu unterstützen. Seit 2018 bin ich Product Owner unserer Finanzlösung. Die schönste Erfahrung ist es, die Weiterentwicklung der Software vom Kundenwunsch bis zur Fertigstellung im Scrum Prozess zu betreuen, um die Lösung dann stolz zu präsentieren. Ich bin pragmatisch veranlagt. Gut ist, was funktioniert und konsistent wirkt. Streitet euch nicht über Begrifflichkeiten mit mir.

Captain Pragmatism

Sein Name ist Captain Pragmatism. Er glänzt nicht durch besonders kräftige Arme oder eine schicke Fönfrisur. Er ist eben eher praktisch orientiert und verzichtet daher auch auf das obligatorische Cape. Durch seine permanenten Sprints im Zwei-Wochen-Takt besitzt er beachtliche Oberschenkelmuskeln. Gelegentlich kommt er trotzdem ziemlich ins Schwitzen, weshalb er ein Bandana trägt, das auch als Stirnband dient.

Seine Superkräfte

Der Captain ist schlau und findet meist eine Abkürzung zum Ziel – zum Beispiel den Tunnel durch den Berg, statt des beschwerlichen Weges darüber hinweg. Das ist nicht immer die schönste Lösung des Problems, aber meistens die effektivste. Manchmal muss der Berg auch einfach weichen. Seine eigentlichen Superkräfte neben dem namensgebenden Pragmatismus sind der Mut, jede Herausforderung anzunehmen, das Durchhaltevermögen auch bei Rückschlägen nicht klein bei zu geben, ein fast schon unerschütterlicher Optimismus und der Wille zur Veränderung.

Seine Schwächen

Dass sich der Captain bei seiner Hands-on-Mentalität auch mal verrennt, durchstartet ohne den perfekten Plan zu haben und auf halben Weg noch einmal umkehren muss, ergibt sich da fast von selbst. Und da er meist in fremden Ländern unterwegs ist, gibt es trotz seiner Vielsprachigkeit das ein oder andere Missverständnis bei der Kommunikation. Zum Beispiel sind „muss nicht“ und „must not“ in ihrer Bedeutung ziemlich gegensätzlicher Natur. 

Sein Sidekick

Um das ein Stückweit abzumildern, wird er von seinem treuen Sidekick, einer elektro-motorisierten Fliege mit integriertem 10 Zoll Monitor, Webcam und Lautsprecher mit dem Namen Mobifly, unterstützt. Die ist ähnlich aufdringlich wie die Elfe Navi in Nintendos Ocarina of Time, aber weitaus hilfreicher. Sie ermöglicht Instant-Kommunikation und versorgt ihn außerdem mit Kaffee und frischen Croissants.

Seine Widersacher

Neben bösartigem Legacy-Code, mit dem sich auch der Captain rumschlagen muss, sind es vor allem der äußerst umtriebige Prejudger und der gefräßige Costsdog, die ihm das Leben schwer machen. So muss er sich stets mit Vorurteilen und Allgemeinplätzen in Bezug auf Nearshoring rumschlagen und das Management hat einen noch stärkeren Blick auf die Kosten, die durch den Tunnelbau oder das Sprengen von Bergen entstehen. 😉

Mein Fazit

Captain Pragmatism ist ein schönes Gedankenspiel, das es uns als Team ermöglicht hat, auf kreative Art und Weise auf unsere Stärken zu schauen und gleichsam unsere Schwächen zu erkennen. Der Pragmatismus, der unser Team trägt, ist Ausdruck einer Arbeitsweise, die sich im Sinne der Agilität an sich verändernde Gegebenheiten anpasst und darf nicht mit mangelnder Professionalität oder Planungslosigkeit verwechselt werden. Vielmehr sind ein guter Gesamtüberblick über die ausstehenden Aufgaben, ihre Abhängigkeiten und eine grobe, adjustierbare Planung, die von allen Teammitgliedern mit Offenheit begrüßt wird, die Voraussetzung für dieses pragmatische Vorgehen und die erfolgreiche Zusammenarbeit.

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#InsideMACH #Lösungen

Aus dem Leben eines Product Owners bei MACH

Der Product Owner – das unbekannte Wesen. Um ein wenig Licht in die so gar nicht entwickelnde Rolle in der Software-Entwicklung zu bringen, hat unsere Teamleiterin Solutions Finanzen Marina Eberhardt mit Robert Krüger diskutiert, warum diese Rolle so extrem spannend und wichtig ist.