Digitale Barrierefreiheit  - Problemlos zum anderen Ufer
Mitarbeiter-Blog · 31.08.20

Digitale Barriere­freiheit: Ein Thema für alle?

Häufig wird Barrierefreiheit als ein Thema abgetan, das nur wenige Menschen etwas angeht. Vielen fehlt der persönliche Bezug zu dieser Thematik. Tatsächlich haben jedoch viel mehr Menschen ein Bedürfnis nach barrierefreien digitalen Zugängen, als es ihnen selbst bewusst ist. 

Digitale Barrierefreiheit: Ein Thema für alle?

Hey, Sie! Ja, Sie! Wollten Sie gerade weiterscrollen? Seien Sie ganz ehrlich (nur zu sich selbst): Haben Sie sich kurz gefragt, ob Sie dieser Artikel über Barrierefreiheit überhaupt betrifft? Häufig wird Barrierefreiheit als ein Thema abgetan, das nur wenige Menschen etwas angeht. Vielen fehlt der persönliche Bezug zu dieser Thematik.

Tatsächlich haben jedoch viel mehr Menschen ein Bedürfnis nach barrierefreien Zugängen, als es ihnen selbst bewusst ist. Vielleicht, weil die Einschränkungen in der Allgemeinheit nicht so stark oder ausgeprägt auftreten. Und vielleicht auch, weil das Thema Barrierefreiheit häufig mit Erkrankungen oder Unfällen verbunden wird, die einer offiziellen ärztlichen Diagnose bedürfen.

Barrierefreiheit betrifft jede:n!

Barrierefreiheit ist ein Thema, das uns alle betrifft! Nicht nur, weil Gesetze und Vorschriften offiziell dafür sorgen, dass Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen einen höheren Stellenwert einnimmt, sondern weil wir uns oftmals selbst in Situationen befinden, die uns einschränken und einen barrierefreien oder zumindest barrierearmen Zugang erfordern. Geht es um den Zugang zu digitalen Lösungen, wird dies besonders deutlich.

Personen­spektrum nach Sinnes­fähigkeiten

Personen mit verschiedenen Einschränkungen: Permanent, temporär und situativ

Barrierefreiheit - Personenspektrum © Microsoft: Inclusive design

Kennen Sie das?

Lassen Sie uns diese Beobachtung an einigen Beispielen erläutern, vielleicht kommt Ihnen einiges bekannt vor:

Tragen Sie eine Brille? Oder hat sich die Sehleistung Ihrer Augen im Laufe der Zeit verschlechtert? Haben Sie auf Ihrem Handy schon einmal die größere Schrift eingestellt oder einen kontrastreicheren Hintergrund zur Schrift ausgewählt?

Oder gehen wir noch einen Schritt weiter: War Ihr Arm, mit dem Sie normalerweise die Maus bedienen, schon einmal gebrochen oder hatten Sie eine Verletzung an einem Ihrer Finger, sodass Sie nur eine Hand nutzen konnten? Wie gut und schnell gelang Ihnen das Schreiben?

Veränderte Arbeitssituation im Homeoffice

In den letzten Wochen der Corona-Pandemie hatten wir ebenfalls mit vielen Einschränkungen zu tun. Vielleicht haben Sie Ihren gewohnten Arbeitsplatz nicht nutzen können und sind stattdessen ins Homeoffice ausgewichen. Dieses kann vermutlich in den wenigsten Fällen eine komplette Büroausstattung ersetzen. Viele von Ihnen haben sicherlich parallel zur Arbeit Kinder von Zuhause aus betreut. Wie erging es Ihnen, als Sie mit einem Kleinkind auf dem Arm versucht haben, Eingaben in Ihr Software-System zu machen?

Vielleicht kennen Sie auch diese Situation? Sie sitzen im Zug und die Sonne blendet durch die Scheibe auf Ihr Display. Oder Sie sitzen im Taxi, müssen schnell noch Ihre Verbindung raussuchen, während der Fahrer gerade über Kopfsteinpflaster fährt und es so wackelt, dass Sie kaum den richtigen Button auf Ihrem Smartphone treffen. Und wer von uns hat noch nicht beim Autofahren oder beim Shoppen mit den Einkäufen in einer Hand und dem Handy in der anderen den Sprachassistenten des Handys benutzt?

All das, machen wir uns nichts vor, sind Situationen und Hilfsmittel, die dem Thema Barrierefreiheit zugeordnet werden können, auch wenn Sie diese bisher vielleicht nicht unter diesem Stichwort betrachtet oder verstanden haben. Für die einen sind sie unverzichtbar, um mit anderen zu kommunizieren oder selbstständig Arbeiten zu erledigen, für andere sind es Hilfen, die ein vorübergehendes Problem einfacher lösbar machen. Wenn wir uns also fragen, wem barrierefreie Anwendungen helfen, können wir klar resümieren: jede:r kann davon profitieren!

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