Verwaltung macht Zukunft

Warum ich gerne Liberating Structures nutze

16:00 21.12.2018

Ein nicht unerheblicher Teil agiler Softwareentwicklung ist es in einer Gruppe zusammenzuarbeiten, Sachen zu durchdenken und gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Den Begriff Wissensarbeit hört man auch öfters mal. Egal ob es nun Scrum-Zeremonien, Refinements, Workshops oder was auch immer sind, es gibt gute und es gibt schlechte. Als schlecht werden normalerweise Meetings beurteilt, in denen es gewisse wiederkehrende Muster gibt:

  • Sie sind wenig zielführend.
  • Entscheidungen werden vertagt.
  • Sie werden häufig von wenigen Personen verbal dominiert.
  • Der HIPPO (Highest Paid Person’s Opinion) Effekt greift: Am Ende wird sowieso gemacht, was die am besten bezahlte Person sagt.

Diese Muster zu vermeiden, ist eine der Hauptaufgaben eines Scrum Masters oder auch eines Moderators bzw. Facilitators. Ich bediene mich hier gerne des Baukastens der Liberating Structures. Liberating Structures ist der Sammelbegriff von über 30 Moderationsformen, die dem Ziel dienen, alle Personen zu involvieren und das Potenzial der Gruppe zu nutzen, um gut und schnell Sachen zu erreichen. Je nach Mikrostruktur, wie die Moderationsformen auch genannt werden, können diese Sachen das Generieren von Ideen, Entscheidungsfindungen oder auch das Betrachten von Sachverhalten aus verschiedenen Perspektiven sein. Für eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Strukturen sei auf das empfehlenswerte Buch H. Lipmanowicz/K. McCandless: The Surprising Power of Liberating Structures verwiesen oder auch auf die dazugehörige Homepage www.liberatingstructures.de

Ich habe die Strukturen inzwischen in großen Bandbreite von Meetings und Workshops eingesetzt, angefangen von der Retro in Scrum-Teams bis hin zu Auftaktveranstaltungen von Führungskräftetagungen. Am Anfang merkt man bei vielen Teilnehmern doch eine gewisse Skepsis aufgrund des hohen Interaktionsgrades und dem doch sehr unterschiedlichen Vorgehen. Diese Skepsis weicht aber sehr schnell, da die Teilnehmer direkt erleben, wie wichtig ihr eigener Input ist und wie gut und schnell man als Gruppe Ziele erreichen kann. Das Feedback nach solchen Veranstaltungen ist durchweg positiv und es macht auch als Facilitator Freude, zu sehen, wie aktive Interaktion zwischen allen Teilnehmern aussehen kann. So schön positives Feedback auch ist, stehen für mich jedoch andere Punkte klar im Vordergrund:

  • Mit Liberating Structures gelingt es immer wieder, das Wissen einer Gruppe in Gänze anzuzapfen. Alle bringen ihre Ideen gleichberechtigt ein und es entsteht bewusst ein Gruppenkonsens.
  • Die Zeit der Themen/Ideenfindung ist kürzer im Vergleich zu klassischen Meetings.
  • Der Rahmen fördert kreatives Denken und das Betrachten von anderen, gelegentlich auch ungewohnten, Blickwinkeln

Daher kann ich jedem die Liberating Structures nur an’s Herz legen, der seine Meetings auf Augenhöhe und zeitgemäß durchführen möchte.

Christian Kram

Bei MACH arbeite ich seit dem 01. März 2016 als Testmanager.

An meiner Arbeit gefällt mir, dass man jeden vom Azubi bis zum Vorstand mit einem Moin begrüßen kann.

Besonders spannend finde ich Fragen, die mit W anfangen: Warum? Warum nicht? Wieso ist das so? Wer darf das? Wann soll das so sein? Was wäre, wenn...?

Auf Twitter findet man mich hier: https://twitter.com/chr_kram

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